Andalusien

So langsam neigt sich unsere Zeit hier in Spanien dem Ende. Da wir die letzte Woche hier im Süden noch etwas vom Land sehen wollten, haben wir uns dazu entschieden eine Woche nach Andalusien zu fahren – besser gesagt zu fliegen. Hier von Barcelona gibt es günstige Flüge nach Sevilla. Von dort sind wir dann mit dem Mietauto los um die Gegend zu erkunden. Von Sevilla sollte es nach Cordoba über Granada nach Cadiz gehen und von dort zurück nach Sevilla. Gesagt getan.

Am 01.01. mussten wir unsere liebgewonnene Wohnung in Barcelona verlassen und sind von dort direkt (und mit einem etwas dicken Kopf) zum Flughafen gefahren. Ich war etwas nervös, da es nicht 100% sicher war, ob wir fliegen können. Wie einige von euch schon mitbekommen haben, wurde mir einige Tage zuvor die Handtasche geklaut. Vom Konsulat habe ich mir ein Ersatzausweis besorgt, der aber eigentlich nur zum Flug nach Deutschland gültig ist … aber wir haben uns ganz umsonst Gedanken gemacht. Es gab weder auf dem Hin- noch auf dem Rückflug Probleme.

Warum gerade Andalusien? Andalusien ist die südlichste Region in Spanien und wir besonders stark vom Tourismus bereist. Gerade die Costa del Sol und die Costa de la Luz sind bei vielen sehr beliebt. Für uns waren aber vor allem die maurischen Bauwerke in Cordoba und Granada mit der Alhambra und die weißen Dörfer bei Ronda und Sevilla interessant. Römische und arabische Architektur, Renaissance und der prachtvolle Barock haben Andalusien ein reiches Erbe hinterlassen. Andalusien ist eine Region mit einer langen Geschichte. Architektonische Zeugen aus der Zeit, als die Mauren über weite Teile Spaniens herrschten, kann man bis heute in Andalusien finden. Außerdem hat dieser Teil Spaniens eine große landschaftliche Vielfalt zu bieten: die touristisch sehr gut erschlossene Küstenregion, fruchtbare Flusstäler oder auch die Sierra Nevada, das höchste Gebirge auf der Iberischen Halbinsel.

Und wir wurden nicht enttäuscht. Der erste Tag in Sevilla war sonnig und traumhaft. Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens, ist ein Stadt die sehr viel zu bieten hat. Beeindruckend sind vor allem die vielen Apfelsienenbäume die hier überall stehen. Sie geben der Stadt einen sommerliches Flair und das im Januar. Die immergrünen Bäume mit den Früchten sehen einfach traumhaft und machen unter dem makellosen blauen Himmel gute Stimmung.

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Der Alcazar Palast ist entschieden eines der beeindruckendsten Bauwerke Sevillas, und wenn ihr diese Stadt besuchen solltet, dann sollten ihr euch einen Besuch im El Alcázar auf keinen Fall entgehen lassen. Es ist eine Festungspalast, dessen Errichtung von Al Ramán II im Jahre 913 angeordnet wurde. In den folgenden Jahrhunderten dient es als Residenz für viele Monarchengenerationen. Heutzutage ist es die Residenz Seiner Majestät dem König Juan Carlos wenn er in Sevilla zu Besuch ist. Weiter ging es nach Cordoba auch hier gab es ein sehr beeinruckendes Gebäude zu sehen. Die Moschee und Kathedrale auch “Mesquita” genannt. Mit einer Fläche von 23.000 Quadratmetern ist sie die drittgrößte Moschee der Welt, und eines des schönsten und originellsten Bauwerke in ganz Spanien. Originell ist die Mezquita deswegen, weil die ehemalige Moschee Christianisiert wurde. Der Innenraum beeindruckt durch seinen Wald an riesigen Torbögen (über 1000) aus Onyx, Marmor und Granit im maurischen Stil in dem eine Kathedrale gebaut worden ist – zwei total unterschiedliche Stile finden sich hier wieder. Außen befindet sich ein bezaubernder Orangengarten (Patio de las Naranjas).


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Weiter ging es dann nach Granada. Granada ist in vieler Hinsicht etwas besonderes. Granada liegt in etwas über 700 Metern Höhe über dem Meeresspeigel am Fuß der “Sierra Nevada”, dem höchsten Bergmassiv Spaniens (der höchste Berg, Mulhacén, ist 3478 m hoch), mit einem hervorragenden Wintersportangebot.  Daraus ergeben sich auch die extremen klimatischen Bedingungen: Granada ist im Winter sehr kalt (für Andalusien) und kann im Sommer extrem heiß werden.

Must-do in Granada: Neben dem obligatorischen Besuch der Alhambra  sollten man auch einen Spaziergang durch den historischen Albayzin (die maurische Altstadt, gegenüber der Alhambra) machen und den “Mirador de San Nicolas” besuchen, einer der schönsten Aussichtsplätze im Albayzin.



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Die letzten Tage haben wir dann in Cadiz verbracht. Das Meer bestimmt nach wie vor das Leben der 126.770 Einwohner (2009) zählenden Provinzhauptstadt. Von hier fahren Schiffe nach Afrika und zu den Kanarischen Inseln; es wird Fischerei und Salzindustrie betrieben und auch der Tourismus ist bedeutungsvoll. Neben dem Karneval hat auch der Flamenco eine lange Tradition. Die Hauptstadt der Provinz Cadiz lädt mit ihrer wunderbaren Altstadt zum gemütlichen Stadtbummel ein. Die Viertel “El Populo , “La Vina” und “Santa Maria” begeistern, da sie mit ihren alten Bauwerken in einem starken Kontrast zu den neuen Hochhäusern der modernen Stadt stehen. Der antiken Geschichte und der Inschrift des Stadtwappens nach ist Herkules Gründer und Herrscher von Cadiz und somit auch Erbauer dieser antiken Viertel. Historisch nachgewiesen errichteten jedoch die Phönizier die heutige Stadt, die jährlich ausländische aber auch einheimische Sonnenhungrige anzieht. Auch hier hatten wir Glück mit dem Wetter. Ein krönender Abschluss unserer Spanienreise :-)

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Nun heißte es so langsam Abschied nehmen. Eine Nacht verbringen wir noch in Barcelona und dann geht es zurück nach Stuttgart. Für uns war es eine traumhafte Erfahrung. Schön, dass ihr uns auf unseren Weg begleitet habt. :-)

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Die Tapas-Frage

Erst einmal für all diejenigen, die noch nicht wissen woher “Tapas” kommen … Wahrscheinlich gibt es genauso viele Geschichten um die Entstehungsgeschichte, wie es verschiedene Tapas-Varianten gibt. Die plausibelste und am meisten erzählte Geschichte ist die, dass “Tapa” ursprünglich nur der spanische Name für “Deckel” war.

Und da in der damaligen Zeit noch mehr Fliegen und sonstiges Ungeziefer die Bars, Lokale und Restaurants bevölkert haben als heute, haben die Leute meist einen Deckel (wahrscheinlich kein “Bierdeckel” aus Pappe, aber vielleicht aus Holz ???) auf ihre Weingläser gelegt. Und da das Weintrinken ohne ein bisschen Essen nicht so lecker ist, habe die Bars begonnen “for free” kleine Häppchen auf die Deckel zu legen.

Also sind “Tapas” im ursprünglichen Sinne kleine Häppchen, die umsonst zu Wein, Bier, Sekt (Cava) gereicht wurden.

Typische Tapas-Varianten sind:

  • Jamon iberico (spanischer, getrockneter Schinken)
  • Patatas pravas ( Kartoffelstücke mit Knoblauchmajonaise oder scharfer toter Sauce)
  • Pimientos del padron (kleine grüne Peperonis, in der Pfanne gebraten und mit Meersalz serviert. Meist nicht scharf)
  • Pulpo gallego (Meist super leckere Oktopus-Arme, gekocht – nicht fritiert, leicht scharf, manchmal mit Kartoffeln serviert)
  • Navajas (Mein Lieblingsgericht. Sehr leckere Schwertmuscheln)
  • Boquerones (Sardellen in Öl oder Essig eingelegt)
  • Mejillones (Miesmuscheln in diversen Arten)
  • Tortilla (spanisches Omlette, meist mit Kartoffeln)

In den 3 Monaten hier im Lande habe ich aber noch nie Tapas umsonst zum Wein bekommen. Vielmehr hat sich hier ein regelrechter Wettbewerb entwickelt, wer die meisten Tapas-Varianten mit minderer Qualität zu möglichst hohen Preisen an ausländische Touristen verkaufen kann. Es ist gar nicht so einfach, gute Tapas in den Stadtzentren zu bekommen.

Na ja, “Tapas” ist ja auch eine Tradition, die aus anderen Regionen Spaniens kommt. Es heisst, dass Tapas ursprünglich in der Landesmitte – irgendwo rund um Madrid – entstanden sind. Demnach sind Tapas wohl bei den “Ureinwohnern” Kataloniens gar nicht so beliebt und sie überlassen das Feld lieber den “Zugezogenen” und den Touristen.

Solltet ihr mal in Barcelona sein … lasst euch nicht in die Lokale auf den Ramblas, dem Passeig de Gracia oder in Barceloneta locken. Hier einige Tips, wo Tapas-Essen noch Spaß  macht … Stand Ende 2010:

http://www.barceltapulperia.com/ Super einfach, super lecker

http://www.cuinessantacaterina.com/ Ziemlich groß, ziemlich modern, aber in einer tollen Markthalle, und wirklich tolles Essen

http://www.tallerdetapas.com/ Zwar eine “Kette” mit 5 Lokalen, aber immer gut und meist auch freundlicher Service

Und wer sich jetzt noch fragt, warum manchmal Zahnstocher in Tapas stecken:

  1. Das sind dann keine Tapas, sondern Pintchos oder Pintxos
  2. Die kommen ursprünglich aus dem Baskenland
  3. Sie sind auch meist aufwändiger gemacht
  4. Einfach an der Bar nehmen, aber die Zahnstocher nicht wegwerfen! Die Abrechnung erfolgt auf Basis der gesammelten Zahnstocher. Meist 1 EUR pro Stück.
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Weniger Weiße, eher Rote Weihnacht …

Nachdem so ziemlich alle Menschen, die wir in Barcelona kennengelernt haben, die Stadt zum Weihnachtsfest verlassen haben, sind wir dem Beispiel gefolgt und haben uns kurzfristig in eine andere Region des Landes abgesetzt. Und zwar dahin, wo ziemlich viel guter Wein angebaut wird: In die Region Rioja.

Mit dem Zug ging es Heiligabend in die größte Stadt der Region – Logrono – eine ziemlich hässliche Ansammlung von vielen möchtegern-modernen Wohnhäusern. Aber die Autofahrt an unseren Zielort Elciego war dann doch echt schön. Und erst das Hotel …

Im Jahr 2006 eröffnet, ist es das wohl bekannteste und modernste Gebäude der Region. Gebaut von Frank Gehry, der auch das Guggenheim Museum in Bilbao entworfen hat. Er wollte wohl erst nicht so recht, aber bei eine Flasche Rotweins aus seinem Geburtsjahr (1929) hat er sich dann wohl doch überreden lassen. Wir waren froh, dass das so passiert ist und haben das Hotel und auch das Essen dort echt genossen.

Teil der Anlage ist die eigentliche Bodega “Marques de Riscal”. Auch bei uns bei manchen Rotweine-Trinkern bekannt. Na ja, klein ist die Bodega (spanisch für Weingut/Weinkeller) nicht wirklich … mit einer Produktion von ca. 5 Mio Flaschen im Jahr. Aber die Führung durch die Weinkeller waren trotzdem ziemlich interessant. Man sieht ja selten Mal hunderte von Eichenholzfässern an einem Fleck …

Hier ein paar Eindrücke aus der Bodega und der Region:

Und nun zum Wein … Rioja ist ein Weinanbaugebiet im Norden Spaniens. Bekannt geworden ist es durch den typischen Rotwein (85% aller produzierten Weine). Meist wird die Tempranillo-Traube verwendet … in kleinen Teilen auch die Garnacha, Mazuelo und Graciano. Es werden zwar auch Weißwein-Trauben angebaut, jedoch hält sich die Qualität sehr in Grenzen.

Die Rotweinen werden (fast) immer in Eichenfässern ausgebaut, wobei die bei uns bekannten Ausprägungen: Crianza, Reserva und Gran Reserva IMMER in Eichenfässern gereift werden. Abhängig von der Lagerungszeit haben ergeben die Weine die diversen Qualitätsstufen:

  • Crianza: Mind. 2 Jahre gereift, davon mind. 1 Jahr im Eichenfaß
  • Riserva: Mind. 3 Jahre gereift, davon mind. 1 Jahre im Eichenfaß
  • Gran Riserva: Mind. 5 Jahre gereift, davon mind. 2 Jahre im Eichenfaß

Und nachdem wir das nun wissen, genießen wir den Wein in der verbleibenden Zeit noch viel mehr.

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El Gordo

„El Gordo“ – Spanien im Lottofieber

Seit wir hier in Barcelona angekommen sind, konnten wir immer wieder lange Schlangen vor diversen Bäckereien und Zeitschriftenläden beobachten. Gefragt habe ich mich da oft, was es da wohl so Wichtiges zu kaufen gibt, dass die Leute teilweise stundenlang freiwillig in der Schlange stehen…

Aufgeklärt wurden wir in unserer Schule von unserer Lehrerin Natalia. Die Leute stehen Schlange um sich ein oder mehrere Lotterielos(e) zu kaufen. Die Ziehung hat in Spanien lange Tradition, es gibt diese (anfangs natürlich in etwas spartanischer Version) schon seit Jahrhunderten. Zum ersten Mal fand die Ziehung im Jahre 1763 statt auf Geheiß von Carlos III.

Die spanische Weihnachtslotterie ist die größte der Welt. Die Ziehung des Hauptpreises „El Gordo“ wird von Millionen Spaniern mit Spannung verfolgt. Am Vormittag des 22. Dezember (heute also) sind Spaniens Straßen leergefegt, denn fast die gesamte Bevölkerung versammelt sich vor dem Fernseher, um das Ereignis des Jahres zu verfolgen. Und auch meine Lehrerin war kaum von dem Schulradio wegzubekommen. Jeder hofft auf ein Stück von “El Gordo”.

Das witzige an der Ziehung ist, die fünfstelligen Glückszahlen werden nicht einfach verkündet, sondern feierlich gesungen. Diesmal entfiel der Hauptgewinn – der „Dicke“, für den es einen Gewinn von jeweils drei Millionen Euro gibt, auf die Lose mit der Nummer 79 250. Da alle Losnummern jeweils 195-mal verkauft wurden, wird auch „El Gordo“ 195-mal ausgezahlt. 60 Lose davon hatte der Kneipenbesitzer José Antonio Maldonado in Pallejá bei Barcelona an seine Stammgäste verkauft. Damit brachte er in der 11 000-Seelen-Gemeinde eine Summe von 180 Millionen Euro unter die Leute. „Ich weiß, dass vielen meiner Gäste infolge der Arbeitslosigkeit das Wasser bis zum Hals steht“, berichtete der Kneipier. „Nun fühle ich mich wie Robin Hood. Vor lauter Glück habe ich so geheult, wie nie zuvor in meinem Leben.“

Und wer sich mal ein Bild von dieser Ziehung machen möchte, der kann hier mal reinschauen und die Ziehung von letztem Jahr verfolgen. Sehr lustig, wie ich finde. :-)

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Hier in BCN kann man nicht nur gut essen …

… sondern auch gut kochen. Beziehungsweise kochen lernen! Das haben wir am heutigen Samstag Nachmittag denn auch selbst testen können. Der Kochkurs war ein Geburtstagsgeschenk von Freunden für Pia und nachdem er für letzten Samstag abgesagt wurde, konnten wir Ihn heute nachholen.

Aber bevor es ans Kochen ging, hat uns unserer Cocinero (zu Deutsch: Küchenchef) auf den bekanntesten Markt der Stadt Barcelona, den Mercat de la Boqueria *), entführt. Auch wenn er sich gleich in der Nähe des Touristenmagneten “Las Ramblas” befindet, gehen wir noch immer viele Einheimische einkaufen. Und es ist einfach toll, dass wir hier in Barcelona die Märkte nicht nur besuchen können um Foto zu machen, sondern auch echt einkaufen können. Mal ganz ehrlich: Wenn man im Hotel wohnt, dann kauft man eher keinen Fisch ein, oder? Aber wenn man eine Küche hat – oder wie heute eine Kochkurs macht – machen Fischstände auf einem Markt viel mehr Spass!!!

Gesagt, getan, Fisch eingekauft … um das Überraschungsgericht des Tages kochen zu können: Paella  ;-)

Aber Eins nach dem Anderen … die Kochschule selbst war ein echten Highlight! Mit ziemlichen einfachen Mitteln (fast alles IKEA!) haben die Betreiber hier im Herzen von Barcelona ein tolles Ambiente geschaffen. Da kommt doch gleich die Idee auf, das auch in Stuttgart zu machen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hier unser Menü des Nachmittags im Detail:

  • Crema de Calabaza con crujiente de puerro y brocheta de langostino
  • Tortilla de patatas y pan con tomate
  • Paella de marisco
  • Crema catalana

In Deutsch übersetzt:

  • Kürbiscremesuppe mit knusprigem Lauch und Garnelenspieß
  • Kartoffelomelette und Tomatenbrot
  • Meeresfrüchte-Paella
  • Crema catalana (Es gibt Dinge die man einfach nicht übersetzt!)

Gleich mal an dieser Stelle gesagt: All das war – als es dann fertig war – superlecker. Und das obwohl die Gerichte selbst ziemlich einfach zu kochen waren. Aber auch vielleicht deshalb ;-)

Und was haben wir heute gelernt, und noch nicht wussten:

  • Wie man einen Octopus richtig zerlegt. WICHTIG !
  • Wie man Tomatenfleisch ohne Haut bekommt, ohne die Tomaten mit heissem Wasser der Haut zu entledigen. INNOVATIV !
  • Wie man Gemüse mit einfachen Mitteln richtig knusprig fritiert bekommt. Eigentlich LOGISCH !
  • Was der relevante Unterschied zwischen Risotto und Paella ist. NEU !
  • Wie man ein spanisches Omelette nicht macht –  von einer US-amerikanischen Teilnehmern vorgeführt. auch NEU ;-)
  • Ein paar Tipps und Tricks im Detail wie ein Paella gelingen kann, aber nicht muss. NÜTZLICH !
  • Warum eine Crema catalana nie so fest werden kann, wie eine Crème brûlée. Nicht wichtig, aber INTERESSANT !
  • Wussten wir schon, aber so noch nicht: Was spanischer Weiß- und Rotwein am hellichten Tage anrichten kann. SCHWINDELERREGEND !

Wie schon erwähnt haben wir US-Amerikaner im Kochteam, neben Menschen aus Australien und England. Also alles Koch-Spezialisten … Pia hatte Angst um einen armen Mann aus Chicago, der sich beim Zwiebelschneiden fast seiner Finger entledigt hätte. Zur Entwarnung: Er hat’s überlebt. Hier noch ein paar Eindrücke:

Lustig war die Runde trotzdem und Alles in Allem ein toller Tag mit tollen Erlebnissen. Beim nächsten Mal Barcelona machen wir die “Spanish Cooking MASTER Class” !

*) http://www.boqueria.info/

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Weihnachtstraditionen

Weihnachten steht vor der Tür und heute möchte ich etwas über die seltsamen Weihnachtstraditionen in Spanien schreiben im speziellen die hier in Barcelona. Eine dieser Traditionen ist Caga Tia. Caga Tia, was übersetzt soviel wie “scheißende Tante” heißt ist ein Baumstamm  der mit einem Gesicht und Beinen verziert wird und der ab dem 08. Dezember in den Wohnzimmern der Leute hier steht. Caga Tia kann man kaufen oder selber machen – ganz nach belieben. Ist gar nicht so schwer. Einfach ein Baumstamm erwerben und ihn mit zwei Ästen versehen und ein Gesicht aufmalen. Das ganze sieht dann ungefähr so aus:

Bedeckt wird Caga Tia mit einer Decke und sie muss täglich gefüttert werden. Mit Nüssen und anderen Leckerbissen. An Heiligabend wurde Caga Tia früher an den Ofen gerückt und mit einem Stock geschlagen bis sie Geschenke “geschissen” hat. Oftmals waren das früher Nüsse, Süßigkeiten oder Früchte oder kleine Geschenke. Während dieser Prozedur hat die ganze Familie einen traditionellen Song gesungen um Caga Tia zu ermutigen. ;-) Das war früher ein großes Fest für die Kinder. Heute steht immer öfter in den Häusern ein Weihnachtsbaum, wie bei uns auch, aber viele erinnern sich noch an diese Tradition bzw. halten auch heute noch daran fest.

Die Katalanen haben hier des Weiteren eine etwas ungewöhnliche Tradition, die aber nicht nur hier sondern auch in Portugal oder Frankreich bekannt ist. Es handelt sich um den Caganer, eine Figur die gemeinsam mit Maria und Josef an der Grippe steht, aber weit weg von Maria und Josef denn der Caganer braucht für seine Prozedur seine Privatsphäre. ;-) Was ist so ungewöhnlich an dem Caganer? Na ihr könnte es euch vielleicht schon denken, es ist eine Figur mit runtergelassener Hose – nicht gerade passend zu dem traditionellen Grippenfiguren – und die sieht dann ungefähr so aus:

aaaaaaaa

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Was ist nun der Hintergrund dieser Tradition? Früher war Scheiße sehr wertvoll für die Menschen. Sie war wichtig zum düngen der Felder und sie war mit einem positivem Hintergrund belegt. Auch bei uns gibt es ja noch den Gedanken, wenn man z. B. in ein Hundehaufen tritt, dass man Glück haben wird (was mich trotzdem nicht freiwillig in ein Hundehaufen treten lassen wird).  So auch die Idee der Menschen hier. Der Caganer versprach und verspricht auch heute noch einfach Glück für das nächste Jahr. Wenn man also eine solche Figur an der Grippe stehen hat, dann kann das nächste Jahr nur gut werden :-)

Wünschen euch eine schöne Adventszeit :-)

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Pa amb tomàquet

Pa amb tomàquet ist eine Art katalanisches Nationalheiligtum. Es ist nichts anderes als “Brot mit Tomate”. Hier bekommt man es zu jedem Essen dazu. Manchmal darf man es auch selber zubereiten oder bekommt, wenn der Wirt einen als Fremden etwas unterstützen möchte, eine nette Einweisung: Erst das geröstete Brot; als erstes reibt man mit einer halben Knoblauchzehe drüber; jetzt die Tomate – bitte halbieren und dann den Saft aufs Brot reiben und nicht die Rinde vergessen! Nun ein wenig Salz; und schließlich das Öl – reichlich davon nehmen und fertig! Bei den Feinheiten gehen hier die Ansichten etwas auseinander: das Brot geröstet oder nicht? Knoblauch – Fluch oder Segen? Tomate auf beiden Brotseiten auftragen? Es gibt sogar ein Buch (von Leopoldo Pomés) zur Theorie und Praxis des pa amb tomàquet. Ohne sich darin zu verlieren – auf Barcelonas Straßen ist die Qualität sehr unterschiedlich. Dazu trägt natürlich bei, daß Tomaten mit der wünschenswerten Saftigkeit heute kaum noch erhältlich sind. Und so soll das kleine Festmahl dann aussehen:

Bei alledem habe ich noch gar nichts Genaues zur klassischen katalanischen Küche gesagt. Um nicht vom Hundertsten ins Tausende zu kommen: Im Grunde handelt es sich um die Kombination aus einer leichten mediterranen Küche und einer schwereren, bäuerlichen Inlandsküche (auf Fettbasis und zum Schwein hin orientiert). Das Rind kommt dabei kaum vor, eher schon Lamm oder Hase. Zu den Standards der Landesküche gehört das Prinzip mar i muntanya, Meer und Berg. Das heißt Fisch und Fleisch finden auf dem gleichen Teller zusammen. Das kann zu überraschenden Begegnungen führen, etwa Huhn und Languste oder Kaninchen mit Schnecken (Conill amb cargols).

Conill amb cargols
Ja, die Katalanen sind sehr einfallsreich wenn es ums Essen geht. Dabei muss man auch erwähnen das die Taps nicht zur traditionellen Esskultur der Katalanen gehört. Die gehören einfach nicht zum Set katalanischer Eßgewohnheiten, werden aber offenbar von den Touristen hartnäckig für eine gesamtspanische Institution gehalten. Mittlerweile gibt es reichlich Tapas-Bars, die von diesen Vorurteilen leben. Die Traditionalisten und die Erneuerer der katalanischen Küche ist das gelegentlich ein Stoßseufzer wert. Aber was soll’s: Sie müssen schließlich auch die Filialen von McDonald’s, Kentucky Fried Chicken und Starbucks ertragen. ;-)

Und wenn ich schon dabei bin, wie Formulierungen wie “einzigartig” zu schreiben, dann ist wohl auch der Augenblick gekommen endlich Ferran Adrià zu erwähnen, dem besten Koch der Welt – so internationale Spezialisten. Adriàs Restaurant “El Bulli” liegt zwar gute hundert Kilometer nördlich von Barcelona, in einer kleinen Bucht der Costa Brava und es ist aussichtslos dort ein Tisch zu bekommen (Wir haben es Anfang des Jahres versucht und da waren schon alle Tische komplett ausgebucht und es gab eine Warteliste von einigen Tausend). Doch Adriàs Wertstatt-Labor, El Bulli Taller, befindet sich in einem der gotischen Bürgerpalästen von Barcelonas Altstadt. Barcelonas Köche nennen Adrià zum Beispiel den Atompilz der neuen katalanischen Küche oder ihren Geysir. Auch wenn Adriàs Küche eher galaktisch als katalanisch ist und mit einer Reihe von Techniken arbeitet, die keine Hausfrau im Lande imitieren wollte. Seine Speisen haben eher mehr mit moderner Kunst als mit klassischer Nahrungsaufnahme zu tun – aber wer möchte das nicht einmal kosten dürfen?

Bei allem Erfolg lebt Adrià nicht einmal von seinem Restaurant (das deckt gerade mal die Kosten), sondern von diversen Berater- und Konzessionsverträgen. Da ist er ein guter katalanischer Geschäftsmann. Deshalb ist er sich auch nicht zu Schade von einer schlichten Tüte Kartoffelchips herunter zulächeln.

Am Ende noch kurz ein Schwenk zurück zum pa amb tomàquet. Auch das mußte natürlich einmal zur Dekonstruktion antreten. In der Version von Adrià steht vor dem Gast ein Likörglas mit Tomatensorbet. Obendrauf liegt ein winziges Ballonbrot. Dem wurde zuvor mit Hilfe einer Spritze eine Ration Olivenöl injiziert. Und über dem Einstichloch ist nun, zur Vervollständigung, ein extragroßes Salzkristall platziert!

Wer persönlich in den Genuss kommen will muss viel Glück haben. Adrià hat zudem angekündigt mit seinem Restaurant ein paar Jahre zu pausieren. 2012 und 2013 werden keine Gerichte gezaubert. 2014 möchte er wieder starten – doch wo und wann steht noch in den Sternen…

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Vino y Xampán

Spanien war früher vor allem durch seinen Sherry berühmt, die besseren Tischweine Spaniens haben sich auf den Auslandsmärkten nur langsam durchsetzen können. Lange Zeit hatten spanische Weine das Image einer robusten, oft recht süffigen Massenware, die in Fässern gehandelt wurden. Früher war es üblich, eine leere Flasche mit in den Weinladen zu nehmen und dort aus Fässern füllen zu lassen, auf denen die Alkoholstärke und die Beschreibung tinto (dunkler Rotwein), clarete (heller Rotwein) oder blanco (Weißwein) oder dergleichen angebracht waren. Ende des 19. Jahrhunderts gab es erste Erzeugnisse, die in der Heimat abgefüllt wurden, zum Beispiel Rioja, manchmal in ganz ausgezeichneter Qualität.

Vieles hat im Laufe der letzten Jahrzehnte zu beträchtlichen Verbesserungen der Weinqualität beigetragen. Nach der Wiederherstellung der Monarchie im Jahre 1975 wurde jedoch der schlafende Weinriese wachgerüttelt. In den 80er und 90er begann man in moderne Kelteranlagen zu investieren und der EU-Beitritt Spaniens im Jahre 1986 gab diesen Bemühungen zusätzlichen Aufschwung. Spanien ist heute eine der dynamischsten Weinnation der Welt. Es entstanden völlig neue, grossartige und verblüffend gute Weine, die ihren Charakter und Stil nicht verloren haben.

Und Spanien boomt ! Allein die Exporte in die USA stiegen zweistellig, während Frankreich und Italien deutliche Rückgänge hinnehmen mußten. Auch das Klima meint es derzeit gut mit dem spanischen Wein: Die letzten Jahrgänge sind mit Bestnoten gespickt und auch die folgenden Jahre waren von ähnlicher Qualität.

Auf spanischen Weinflaschen kann man drei Kategorien finden:

Crianza: Spanische Bezeichnung für die jüngste Kategorie der fassgereiften Weine (6 Monate im Holzfass, Total 24 Monate gelagert)

Reserva: Qualitätsbezeichnung für spanische Weine, die bestimmte Reifungsbedingungen und Ausbaudauer-Zeit im Holzfass erfüllen. (12 Monate im Holzfass, Total 36 Monate gelagert)

Gran Reserva: Der am längsten im Fass und Flasche gereifte Rotwein oder Cava (24 Monate im Holzfass, Total 60 Monate gelagert.

Heute besitzt Spanien 146 anerkannte Rebsorten, die das Land zu einer der abwechslungsreichsten Weinbaukulturen der Erde machen. Die einheimische Garnacha ist die meistangebaute rote Rebsorte und es stehen in Spanien mehr als in allen anderen Weinbaunationen zusammen. Unter den weissen Rebsorten ist die in der La Mancha beheimatete Airén die am weitesten verbreitete Sorte (sie ist übrigens die meist angebaute Rebsorte der Welt). Viel zu verwirrend für mich um mich da komplett auszukennen.

Das größte und bekannteste Weinbaugebiet in Kalalonien ist Penedés. Wein und Cava aus dem Weinbaugebiet Penedés in Katalonien gehören für die Katalanen zu Festen und zum Feiern dazu. Katalanische Feiertage zu Ostern Pfingsten Weihnachten und Silvester, Fiestas und selbst das kleinste Stadt- oder Strassenfest ohne eine gute Flasche Wein oder Sekt ist im Penedés oder anderen Regionen in Katalonien undenkbar.

Auch beim Mittag- oder Abendessen darf ein guter Tropfen nicht fehlen. Für die Spanier ist Wein ein Getränk, dass man nicht einfach so trinkt. Es gehört zum Essen dazu. Deswegen können die Spanier auch nicht verstehen, dass man sich an der Bar einfach nur ein Glas Wein bestellt und reichen dann dazu gerne etwas zum knabbern oder ein kleinen Tapa. Wein ist Kultur und Lebensfreude und die kostet hier nicht viel. Wir haben selten so viele gute Weine zu so günstigen Preisen gekostet. Ein Glas Weißwein kostet hier ca. 1.50 Euro. Eine Flasche im Restaurant um die 20 Euro. Traumhaft!

Und was kann man noch trinken außer Wein hier in Barcelona? Richtig – Cava! Der spanische Champaner ist in allen Preisklassen erhältlich. Oft schmeckt aber auch der billige Cava tausend mal besser als ein 10 Euro Sekt aus einem deutschen Supermarkt. Cava ist in ganz Katalonien sehr verbreitet und man kann ihn eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit trinken.

Der Cava wird nach den selben Methoden und Verfahren wie der Champagner in Frankreich hergestellt. Früher wurde er Xampán (in katalan) oder Champán (in spanisch) genannt, bis es zu Protesten aus der französischen Champagne kam. Seit dem heißt der Sekt oder Champagner in Spanien Cava.

Möchte man den Flair, den der Cava in Barcelona umgibt wirklich erleben, muss man eine der Xampañerias (ausgesprochen: Champanjeria, das i ein bisschen in die Länge gezogen :-) ) in Barcelona besuchen. Ein Glas Cava kostet ca. 60 Cent. Nimmt man einen Glas Cava Rosat, zahlt man zwar 10 Cent mehr, er ist aber auch viel besser. Wirklich sehr lecker - kann ich jedem nur empfehlen. Dazu muss man außerdem eins von den leckeren und günstigen Bocadillos probieren.

Ein absoluter Geheimtipp hier in Barcelona ist die Xampañería Can Paixano. Die Xampañería liegt in Barceloneta ganz nah am Hafen. Hierhin verirren sich aber nicht nur Touristen, sondern insbesondere Barcelonesen, die einen Arbeitstag hinter sich haben. Hier ist es chaotisch, laut, voll, billig, gut, unterhaltsam – einfach Klasse!

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Barcelona versus Madrid

Letztes Wochenende habe ich die Zeit genutzt um mit meiner Schulkollegin (Sarah) Madrid zu erkunden. Ich war zwar mal kurz in Madrid, hab damals aber nicht viel gesehen, da ich vom Flughafen aus nur mit dem Bus durchgefahren bin. Nun also die erste richtige Reise dorthin. Wir haben uns entschieden mit dem Zug zu fahren. Es gibt hier einen Schnellzug AVE genannt, der in unglaublichen 2.5 Stunden direkt in die Metropole düst. Das Ganze hat natürlich auch seinen Preis, der um die 100 Euro pro Fahrt liegt. Wenn man Glück hat und einige Tage vorab bucht, dann kann man auch Günstigere erwischen. Die interessante Frage für mich ist nun was ist anders in Madrid, wie fällt der Vergleich aus?

Ungefähr 620 km trennen beide Metropolen. In der Weltstadt Barcelona sind die Menschen, auf ihren Ruf in ganz Spanien zufolge verschlossener – aber weltoffener, nicht zuletzt durch den Hafen und die geographische Nähe zum Herzen Europas. Sie identifizieren sich viel mehr mit Europa. In Madrid sind die Leute (man nennt sie madrileños) offener (zumindest oberflächlich gesehen) – aber viel weltverschlossener. Sie sind jedoch viel geselliger als die Barceloneses. Madrid ist eine Weltstadt, aber keine weltoffene Stadt, so heißt es.

Madrid ist der Sitz der Hauptstadt-Arroganz, sagen böße Zungen. Die Natürlichkeit weicht einer unschönen Zugeknöpftheit. Hier ist der spanische Stolz im Vergleich zu Barcelona (abgekürzt Barna) besonders ausgeprägt. Auf dem Weg von Barcelona nach Madrid steigt man in eine Zeitmaschine. Die Mentalität ist einfach anders. Madrid ist auch oberflächlicher. Madrid ist auch die “abgefuckteste” Stadt Spaniens.

Bei meinem morgendlichen Jogginglauf durch die Stadt, war ich leicht geschockt, wie es in den Parks aussah. Die Parks waren übersät mit Müll der Botellónes. (Ein Botellón ist ein Jugendlicher, der sich im Supermarkt Alkohol kauft, und diesen gemeinsam mit Freunden in Parks oder auf öffentlichen Plätzen zu trinken – davon gibt es hier in Madrid sehr viele.) Viele Obdachlose schlafen hier auf Parkbänken oder in Häusereingängen oder diskutieren in Gruppen auf der Straße. Ein etwas komisches Gefühl für mich. Allerdings gibt es hier auch ein tatkräftiges Säuberungsteam, das auf meinem Rückweg fleißig die Reste der letzten Nacht gesäubert hat … Auch zugereiste Spanier, die in Madrid leben, haben es schwer, im dortigen Häusermeer Fuß zu fassen. Ein Spanier ohne seine Sandkistenfreunde in seiner Nähe ist schlecht dran.

Dennoch ist Madrid einfach beeindruckend. Alles ist hier größer und weiter als in Barcelona. Die Häuser wirken gigantisch und die Straßen sind überfüllt von Menschen. Madrid hat aber auch viel Schönes zu bieten wie z. B. den Palacio Real…

den wunderschönen Plaza Mayor…

…oder das Fußballstadion Santiago Bernabéu – das vor allem Fußballfans wie Sarah fasziniert hat. (Aber sie meinte das Stadion in Barcelona hat ihr besser gefallen.) ;-)

Es gibt hier unzählige Museen. Ein kultureller Traum, der die Füße zum rauchen bringen kann, wenn man sich vornimmt einige der Museen zu besuchen. Kulturell haben beide Städte viel zu bieten. Die Hauptstadt hat aber ein gewisses Flair, das Barcelona wiederum fehlt. Man kann dies nicht so leicht in Worte fassen. Madrid fesselt einen sofort oder lässt einen kalt.

Am ersten Abend haben wir uns mit Nacho getroffen, der Freund von Daniela, der hier in Madrid wohnt. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben und uns ein paar nette Lokalitäten hier in der Stadt gezeigt und mit ihm konnten wir unsere Spanischkenntnisse aufbessern. :-)

Die nächsten Tage haben wir dann die Straßen unsicher gemacht und vorab noch eine tolle Bar entdeckt in der es gigantisch leckere Churros (Churro ist ein spanisches Fettgebäck, eine Art länglicher Krapfen mit sternförmigem Querschnitt) mit dickflüssiger Schokolade gab. Ein Traum!

Die Cocktails sind hier auch sehr lecker. Unsere Spanischlehrerin hat uns hier die kubanische Bar Olokun empfohlen, in der es den besten Mojito der Stadt geben soll, also wir konnten ihr nur zustimmen.

In Madrid nennt man die Katalonen souverän polacos (Polen), weil sie im Nordosten des Landes leben. Man scheint (unausgesprochen) etwas neidisch auf sie zu sein, zumal Katalonien landesweit am fortschrittlichsten gilt.

Auch das Wetter und im speziellen der Winter ist in Barcelona viel erträglicher. Was auf den stärkeren Einfluss des Atlantis zurückzuführen ist. Dazu kommt, dass Madrid die höchstgelegene Hauptstadt Europas ist, hier hat es sehr kalte Winter mit bis zu Minus 10 Grad und recht viel Schnee. Das haben wir während unserer Aufenthaltes in Madrid zu spüren bekommen. Es war die Tage über einige Grad kälter als in Barcelona. brrrrr

Tja, was soll ich schreiben. Madrid ist sehr aufregend und es gibt viel zu sehen und zu erleben, dennoch bin ich froh, dass wir uns für Barcelona entschieden haben und nach einigen Tagen Madrid, bin ich glücklich wieder in Barcelona zu sein. :-)

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Spanglish

Gestern gab es in meiner Schule einen Vortrag zum Thema “Spanglish”. Was ist Spanglish eigentlich? Gehört hab ich davon schon – aber ist das eine eigene Sprache, eine Fachsprache oder ein Dialekt? Sehr interessant fand ich und ich wurde nicht enttäuscht…

Spanglish ist eine von der spanischsprachigen Bevölkerung der USA (Hispanics) gesprochene Michform der englischen und spanischen Sprache. Diese Varietät kommt hauptsächlich in den Regionen vor, in denen sowohl Spanisch als auch Englisch gesprochen wird. Begonnen hat alles im Grenzgebiet von Mexiko und den USA, Florida und New York City. Die Einwanderer aus den spanischsprachigen Gebieten, die in den USA emigrierten entwickelten eine eigene Sprache.

Wann darf sich denn eine Sprache als neue Sprachform definieren? Nun die Experten sagen dazu: Eine Sprache gilt als eigenständig, wenn sie 1. eine eigene Grammatik 2. einen eigenen Sprachschatz und 3. eine eigene Phonetik hat. Dies ist bei der Sprache Spanglish der Fall … eine wirklich witzige Mischung aus zwei Sprachen ist entstanden. Oft wird einfach das englische Wort genommen, leicht modifiziert und mit einer spanischen Endung (-ar) versehen. Wie z.B. catten -> chatear oder lunch -> lunchar

Hier weitere Ausdrücke aus dem Vokabular:

Spanglisch | Spanisch | Ursprung in Amerika

Americirsmas! | ¡Feliz Navidad! | A merry christmas

clinap | limpieza | clean up

Cachú | Salsa de tomate | Ketchup

Pipirún | Retrete | Pipi y room (sehr witzig!)

Fafú | Comida rápida | Fast Food

Ein Satzbau muy curioso…

te veo von englisch see you (soon) anstatt hasta pronto oder hasta luego

oder

quiero un jamburguer von englisch I would like to have a hamburger anstatt quiero una hamburguesa.

Eine Sprache die ich nicht lernen muss – kämpfe schon mit der spanischen Sprache. ;-)

Wer Lust hat sich mal ein Lied in Spanglish anzuhören, kann gerne mal in das Lied von Kid Frost – “La Raza” reinhören:

¡Que te diviertas!

Spanglish breitet sich mittlerweile immer mehr aus – und wer weiss, vielleicht werden bald auch Spanglish-Sprachkurse angeboten??

Ich denke hier in Spanien besteht da erstmal kein Gefahr. Die Spanier sprechen hier nur sehr schlecht Englisch. Bis 1980 wurde in den Schulen überhaupt kein Englischunterricht erteilt. Unter der Diktatur Francos wurde das einfach nicht angeboten – warum auch, dachten die Leute damals. Das hat sich in den letzten Jahren zum Glück stark geändert. Die jüngeren Leute sprechen ganz gut Englisch, aber man darf hier keine ältere einheimische Person über 40 Jahre auf Englisch ansprechen, da bekommt man nur fragende Blicke…

Vielleicht entwickeln sich Sprachen wie Denglisch oder Franglais auch bald zu eigenständigen Sprachen – wer weiss?

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